7982 Gender Hurly-Burly

7982 Gender Hurly-Burly
DozentIn: Evelyn Hinze

Inwiefern spielt Mann- und Frausein im universitären Alltag heute noch eine Rolle, wo doch beide Geschlechter die gleichen formalen Rechte in Bezug auf den Zugang zu Bildung genießen? Ist die Kategorie Geschlecht nicht vielmehr im Begriff der Auflösung, weil sie uns heutzutage überhaupt nicht mehr in unserer Handlungsfreiheit beein-trächtigt? Kommt es zu sexualisierter/sexueller Diskriminierung und Gewalt sowie stereo-typen Rollenerwartungen/-zuschreibungen an der Uni in der Art, dass sie den Alltag von Menschen maßgeblich prägen? Zusammen werden wir im Seminar diesen Fragen auf den Grund gehen und erforschen, inwieweit der Lern-, Arbeits- und Studienort Hochschule von verschiedenen Zuschreibungen, Grenzen und Formen der Gewalt durchzogen ist. Unter die Lupe nehmen werden wir u.a. genderbewusste Sprache, Hierarchie- und Abhängigkeitsverhältnisse und die sogenannte „unsichtbare Arbeit“. Wir werden uns auch mit dem Umgang und der Integration von Gender im (universitären) Alltag der StudentInnen beschäftigen. Des Weiteren werden wir Schnittstellen zu Postcolonial Studies und Disability Studies in unserer Arbeit aufdecken.

Auf diese Weise soll der Blick in einer uns täglich umgebenden Umwelt für die Gender-Thematik geschärft werden. Davon ausgehend wollen wir als zukünftige LehrerInnen den Blick auf die Institution Schule verlagern, für welche ein verantwortungsvoller und sensibilisierter Umgang mit Kindern und Jugendlichen in Bezug auf die Gender-Thematik und damit für die weitere psychosoziale und schulische Entwicklung von großer Bedeutung ist. Denn gerade die Schule ist ein Ort, an dem Geschlecht re/produziert wird, indem sie Mädchen und Jungen zu Schülerinnen und Schülern macht und somit zur Verstetigung von Geschlecht beiträgt. Schulischer Alltag ist häufig von sexualisierter und sex-ueller Diskriminierung und Gewalt sowie der Re-/Produktion von Stereotypen durch-zogen. Durch eine Auseinandersetzung mit der Gender-Thematik soll eine theoretische und praktische Grundlage geschaffen werden, die zu kompetenter (Schul-)Alltags-bewältigung in Bezug auf Genderfragen befähigt.

Neben dem eigenständigen Verfassen wissenschaftlicher Essays sollen die im Seminar erworbenen Erkenntnisse im Hochschulalltag kommunizierbar gemacht werden, indem wir gezielte Interventionen im universitären Raum unternehmen, die den Alltag unterbrechen und unsere Erkenntnisse für andere sichtbar machen. Denkbar ist z. B. eine Ausstellung, eine Kurzfilmpräsentation oder der Einsatz von Infoplakaten. Die erarbeiteten Ergebnisse sollen dokumentiert und in einem Reader veröffentlicht werden.

»school is open« unterstützt:

asche-logo29.09.2009 – 02.10.2009
14-18 Uhr
Haupteingang Philosophikum / Uni Kö

Bringt eure Bücher eine Aktion von Christine S. Thon und Lars H. Beuse

Im Frühjahr 1933 wurde die sogenannte ‚Aktion wider den undeutschen Geist‘ von der Deutschen Studentenschaft (DSt) durchgeführt. Den vorläufigen Höhepunkt dieser Aktionen bildeten die sogenannten Bücherverbrennungen auf öffentlichen Plätzen, vor allem in der Nacht vom 10. auf den 11. Mai 1933. Diese sichtbaren Symbole einer repressiven Kulturpolitik waren ein inszenatorisches, ein mediales Mittel, um einen langanhaltenden und durchgreifenden Prozess zur Umstrukturierung der Bibliotheken, der Universitäten, der Kulturinstitutionen und anderer Bildungseinrichtungen durchzuführen. Wir möchten uns durch ein lebendiges und prozesshaft angelegtes Kunstereignis mit diesen historischen Begebenheiten beschäftigen und allen interessierten Menschen die Gelegenheit bieten, Teil dieses Erinnerungsprozesses zu werden, aber auch zu erforschen, in wie weit diese Entwicklungen bis heute nachwirken. Weiterlesen

Bringt eure Bücher

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14-18 Uhr
Haupteingang Philosophikum / Uni Kö

Bringt eure Bücher eine Aktion von Christine S. Thon und Lars H. Beuse

Im Frühjahr 1933 wurde die sogenannte ‚Aktion wider den undeutschen Geist‘ von der Deutschen Studentenschaft (DSt) durchgeführt. Den vorläufigen Höhepunkt dieser Aktionen bildeten die sogenannten Bücherverbrennungen auf öffentlichen Plätzen, vor allem in der Nacht vom 10. auf den 11. Mai 1933. Diese sichtbaren Symbole einer repressiven Kulturpolitik waren ein inszenatorisches, ein mediales Mittel, um einen langanhaltenden und durchgreifenden Prozess zur Umstrukturierung der Bibliotheken, der Universitäten, der Kulturinstitutionen und anderer Bildungseinrichtungen durchzuführen. Wir möchten uns durch ein lebendiges und prozesshaft angelegtes Kunstereignis mit diesen historischen Begebenheiten beschäftigen und allen interessierten Menschen die Gelegenheit bieten, Teil dieses Erinnerungsprozesses zu werden, aber auch zu erforschen, in wie weit diese Entwicklungen bis heute nachwirken.
In der Zeit vom 29.09.- 02.10.2009 zwischen 14:00 und 18:00 Uhr nehmen wir deshalb an unserer ‚Büchersammelstelle‘, im Bereich des Haupeingangs des Philosophikums der Universität zu Köln, Bücher von Autoren entgegen, deren Namen auf der sogenannten ‚Liste I Schöne Literatur‘ aufgeführt waren.
Diese Liste liegt an der ‚Büchersammelstelle‘ aus. Die Titel der Bücher, sowie die Namen der SpenderInnen (falls erwünscht) sowie weitere Daten der Bücher werden in einem Karteikartenkasten erfasst. Widmungen der SpenderInnen in den Büchern sind erwünscht, aber keine Voraussetzung für die Annahme.

Zwischen dem 16. und 18. Oktober 2009 findet in der ehemaligen NS – „Ordensburg“ Vogelsang/Eifel, dem heutigen vogelsang ip die “ Vogelsang Intervention 2009″ statt – Student/innen der Kunsthochschule für Medien Köln präsentieren eine künstlerische Erkundung rund um die vorgefundene Architektur der ehemaligen NS-„Ordensburg“ Vogelsang. Im Rahmen der ‚Vogelsang Interventionen 2009’ möchten wir die in Köln gesammelten Bücher in unsere multimediale Performance/Skulptur :;asche:; in Vogelsang integrieren. Alle SpenderInnen sowie alle andere Interessierten sind herzlich dazu eingeladen, die Ausstellung ‚Vogelsang Interventionen 2009’ zu besuchen.

Büchersammelstelle:
29.09.2009 – 02.10.2009
14-18 Uhr
Haupteingang Philosophikum / Uni Kö

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