Lektüre-Seminar: Kunst und Politik

7867 Lektüre-Seminar: Kunst und Politik
DozentIn: David Stoop / Sandra Vacca
Termin: Donnerstag 17.45 bis 19.15 Uhr (engl.) und Dienstag 19:30 bis 21:00 Uhr (dt.), wöchentlich nach Vereinbarung
Beginn: 15. Oktober 2009
Raum: Engl. Gruppe: R201; Dt. Gruppe: R9
Lektüreseminar

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Die Selbstentfremdung der Menschheit hat jenen Grad erreicht, der sie ihre eigene Vernichtung als ästhetischen Genuss ersten Ranges erfahren lässt. Dies ist die Ästhetisierung der Politik, die der Faschismus vorantreibt. Der Kommunismus antwortet mit der Politisierung der Kunst.
(Walter Benjamin)

In Kooperation mit Studierenden des Kunsthistorischen Instituts der Universität zu Köln und der Kunsthochschule für Medien möchten wir im Lektüreseminar zum Thema „Politik und Kunst“ das Verhältnis der beiden Sphären anhand ausgewählter Texte gemeinsam diskutieren. Mögliche Fragestellungen sind dabei:

Ist Kunst widerständig? Was ist der Unterschied zwischen Kunst und Ästhetik? Was ist das Ziel von Kunst? Welche Formen nehmen Kunst und Politik unter kapitalistischen Bedingungen an? Inwieweit akzeptiert Kunst ihre Verankerung in gesellschaftlichen Verhältnissen und wo verleugnet sie diese? Was meint die Forderung nach „Politisierung der Kunst“? und: Wie ist das Verhältnis von Kunst und Politik zur Wahrheit?

Das Lektüreseminar wird sich in mehrere Lesegruppen aufteilen. Aufgrund der Zusammenarbeit mit Studierenden der Kunsthochschule für Medien wird es auch eine englischsprachige Gruppe unter der Leitung der Kuratorin Sandra Vacca geben, die die Chance bietet, englische Texte im Original zu rezipieren und auf Englisch zu diskutieren. Die unterschiedlichen Lesegruppen werden eigene Termine für ihre Sitzungen festlegen können und an ausgewählten Kompakttagen im Museum Ludwig und anderen „künstlerischen Orten“ zur gemeinsamen Diskussion praktischer Beispiele zusammenkommen. Die Texte sollen von den Studierenden selbst ausgewählt werden. Die folgende Literaturliste ist daher nur als Vorschlag zu verstehen.

Literatur:
Baumeister, Biene/Negator, Zwi (2005): Situationistische Revolutionstheorie: Eine Aneignung.
Benjamin, Walter (2006): Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit.
Debord, Guy (1996): Die Gesellschaft des Spektakels.
Deleuze, Gilles/Guattari, Felix (2003): Was ist Philosophie? (Kapitel zur Kunst).
Harrington, Austin (2004): Art and social Theory.
Hess, Elizabeth (1995): „Guerilla Girl Power: Why the Art World Needs a Conscience“ in Nina Felshin, ed., „But is it Art“.
Read, Herbert (2002): To Hell with Culture (including: „What is Revolutionary Art?“)
Wind, Edgar (1963): Art and Anarchy. The Reith Lectures.

7985 Workshop: Anti-rassistische Bildungsarbeit

7985 Workshop: Anti-rassistische Bildungsarbeit
DozentInnen: Maryam Mohseni, Katharina Richter
Termine:
13. November 2009 / Fr.: 17.00 bis 20.00 Uhr
14. November 2009 / Sa.: 10.00 bis 18.00 Uhr
15. November 2009 / So.: 10.00 bis 15.00 Uhr
Raum wird noch bekannt gegeben
Kompaktseminar
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„Wo kommst du denn her?“
„Du sprichst aber gut deutsch!“

Was bewirken wir eigentlich mit diesen alltäglichen Floskeln bei unserem Gegenüber?
Und welche Rolle spielen diese Äußerungen?
Eine aus Interesse gestellte Frage kann für jemanden mit Rassismuserfahrung als Herabwürdigung aufgefasst werden. Alltägliche Situationen wie diese wollen wir in unserem Seminar zur Grundlage einer Auseinandersetzung mit dem Phänomen Rassismus machen.

Was ist Rassismus? Welche Formen nimmt er an? Welche gesellschaftliche Funktion erfüllt er? Welche Auswirkung hat Rassismus auf einen selbst sowie auf die eigene Rolle als Pädagogin/Pädagoge?
Je nach Verständnis von Rassismus lassen sich ganz unterschiedliche Konsequenzen für die Praxis ziehen. Wenn Rassismus nicht als das Problem der/des EinzelneN gesehen wird, kann es in der Folge nicht darum gehen, das „falsche Bewusstsein“ des Individuums zu korrigieren. Die antirassistische Bildung begreift Rassismus als ein gesellschaftliches Ordnungsprinzip, das sich durch alle Bereiche des Lebens zieht – von alltäglichen Interaktionen über  institutionelle Organisationen bis hin zur Wissenschaft. Diesen Ansatz wollen wir zur Grundlage des Workshops machen.
Gemeinsam wollen wir uns mit Rassismuserfahrungen von Betroffenen beschäftigen. Aufbauend auf dieser persönlichen Auseinandersetzung wollen wir versuchen, den diffusen Begriff Rassismus mit Inhalt zu füllen, indem die spezifischen Merkmale und Funktionsweisen des Phänomens herausgearbeitet werden. Letztlich soll es darum gehen, die eigene Rolle innerhalb der gesellschaftlichen Ordnung wahrzunehmen und zu reflektieren.

Uns geht es um eine theoriegestützte Praxis. Ziel ist es, einen Raum für eine selbst- und gesellschaftskritische Auseinandersetzung zu schaffen und uns für das alltägliche Phänomen Rassismus zu sensibilisieren.

Dieses Seminar findet statt im Rahmen des »school is open«-Projekts in Zusammenarbeit mit moment! –Initiative für emanzipatorische Bildung (www.mo-ment.info): Mit »school is open« soll die Institution Universität im Sinne eines emanzipatorischen Freiraums genutzt werden, um Praxisformen für Bildung zu erproben.
Anmeldung nur über: antira@mo-ment.info

Module:

LA GHR/Sopäd.:
EWS: AM 2d Bs. 3, AM 3b Bs. 2
LBGW (auch Sopäd.): IV 1b, VI 1, VI 2
Zweitfach Sopäd.: II 1
SOWI (auch Sopäd.): IV 1b, VI
Zweitfach Sopäd.: II 1, WB 2
BA: AM 7
LA Gym/Ge:
EWS AM 1a
Fach Pädagogik: AM 4c
ZIP: C,B
D
Studium Integrale

7984 Politische Bildung: Demokratie

7984 Politische Bildung: Demokratie
DozentInnen: Maryam Mohseni, Dietmar Ilsen
Termine:
30. Oktober 2009 / Fr. : 17.00 bis 20.00 Uhr
31. Oktober 2009 / Sa. :  10.00 bis 18.00 Uhr
01. November 2009 / So.  : 10.00 bis 15.00 Uhr
Raum: wird noch bekannt gegeben
Kompaktseminar

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„Nun sag, wie hast du’s mit der Demokratie?”
Diese Gretchenfrage wird selten gestellt. Demokratie scheint eine selbstverständliche, nicht hinterfragbare Voraussetzung zu sein, sei es in der Politik, im Alltag und in der Wissenschaft.
Dabei ist die „Erziehung zur Demokratie“ Kernbestandteil des schulischen Bildungsauftrags. Es besteht ein allgemeiner gesellschaftlicher Konsens darüber, dass wir in einer Demokratie leben und dass Demokratie gut sei. Aber was genau damit gemeint ist, wird selten klar.

Was bedeutet Demokratie? Ist Demokratie an sich gut? In welcher Form der Demokratie leben wir? Gibt es Alternativen?

Demokratie wird von uns vor allem als politisch umkämpftes Konzept begriffen. Sie bewegt sich in einem Spannungsfeld zwischen der radikalen Idee von Gleichheit und Selbstbestimmung (des Volkes) und institutionalisierten Machtstrukturen in der gesellschaftlichen Realität.
Von diesem Verständnis her kommend wollen wir im Rahmen dieses Seminars den diffusen Begriff von Demokratie gemeinsam mit Inhalt füllen. Hierfür wollen wir zunächst die Idee „Demokratie“ seit Beginn der Neuzeit auf die ihr zu Grunde liegenden Werte und Vorstellungen hinterfragen. Aus diesen Überlegungen haben in der Geschichte verschiedene DenkerInnen unterschiedliche Konzepte von Demokratie entwickelt. Mit diesen Konzepten und ihren Begründungen wollen wir uns auseinandersetzen. Sie sollen Ausgangspunkt sein für eine Würdigung der historischen Errungenschaften, aber auch einer Kritik der real existierenden Demokratie.
Dabei wollen wir mit Euch nicht ausschließlich den Ideen und Idealen von großen politischen DenkerInnen folgen, sondern auch von eigenen Erfahrungen und Werturteilen ausgehend ein „Denken ohne Geländer“ (Hannah Arendt) wagen. So wollen wir beispielsweise Forderungen wie eine „Demokratisierung aller Lebensbereiche“ auf unterschiedliche (auch) alltägliche Situationen, insbesondere auch auf Unterricht und Schule, anwenden, im Konkreten hinterfragen und ihre Machbarkeit sowie Wünschbarkeit bewerten.

Insgesamt geht es uns darum, einen Raum zu schaffen für eine gemeinsame, kritische Diskussion politischer Realität und des gesellschaftlichen Diskurses um diese.

Dieses Seminar findet statt im Rahmen des »school is open«-Projekts in Zusammenarbeit mit
moment! –Initiative für emanzipatorische Bildung (www.mo-ment.info): Mit »school is open« soll die Institution Universität im Sinne eines emanzipatorischen Freiraums genutzt werden, um Praxisformen für Bildung zu erproben.

Anmeldung nur per Email unter: demokratie@mo-ment.info

Module:
Studium Integrale
BA Erziehungswissenschaften: AM 6, Wahlpflicht 6
Lehramt GHRGe/ Sonderpäd:
EWS: AM 3b Bs. 2
LBGW (auch Sopäd.): IV 1b, VI 1, VI 2
Zweitfach Sopäd.: II 1
SOWI (auch Sopäd.): IV 1b, VI
Zweitfach Sopäd.: II 1, WB 2
ZIP: C,B
D
Lehramt Gy/Ge: EWS AM 1a

9456 Vom »Sorgenkind« zum »Menschen«?

9456 Vom »Sorgenkind« zum »Menschen«? Öffentlichkeit, Partizipation und Bilder von »Behinderung« nach 1945
DozentIn: Dr. Anne Klein
Termine: Fr. 13. November 2009: 16.00 bis 21.00 Uhr Einführung
Besuch im Archiv der Aktion Mensch, Bonn, in zwei kleineren Gruppen zu je 18 Personen
Fr. 20. und 27. November 2009: 9.00 bis 16.00 Uhr
Fr. 4. Dezember 2009: 16.00 bis 21.00 Uhr Präsentationen
Sa. 5. Dezember 2009: 10.00 bis 18.00 Uhr Präsentationen
Raum: R 103 (HF-Hauptgebäude)
Seminar

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In diesem Seminar geht es um die emanzipativen Veränderungen von Behinderungs- und Normalitätskonstruktionen. Durch die Erfahrung des Nationalsozialismus und als Reaktion auf den „Contergan-Skandal“ veränderten sich in Deutschland seit den 1960er Jahren das Bewusstsein und die Praxis in mehreren Schritten. Die „Aktion Sorgenkind“, die sich unter dem Einfluss des Engagements von Betroffenen im Jahre 2000 zu „Aktion Mensch“ unbenannte, sammelt in ihrem Archiv Unterlagen und Dokumente zu ganz verschiedenen Aspekten. Nach einer Einführung in das Thema werden wir die Aktion Mensch/Bonn besuchen und an den beiden folgenden Terminen Fundstücke aus dem dortigen Archiv im Seminar präsentieren.

Module:

Disability-Studies